Sonntag, 22. Oktober 2017 

TEXTE

 

« Zurück zur Übersicht


Ein "Denkmal" für die Menschen.

Michael Hedwig ist ein Künstler, der im 3. Wiener Gemeindebezirk in unmittelbarer Nähe meines Wohnhauses lebt. Wir sind sozusagen fast Nachbarn.

Künstlerisch kennen und schätzen gelernt habe ich Michael Hedwig in der Kleinen Galerie, die über Jahre hindurch führende Galerie für Druckgrafik in Wien.

Die künstlerische Präsenz von Michael Hedwig in Wien hat seit Oktober 2005 durch die Fertigstellung seines Kunstwerkes "Bewegungen der Seele" in der
U3-Station Stubentor eine neue Qualität erhalten.

Das großformatige Gemälde "Bewegungen der Seele" von Michael Hedwig ist nicht, wie so viele historische Bildwerke in der Stadt, ein Denkmal für eine einzelne Person, einen Herrscher oder Feldherrn, sondern es ist ein "Denkmal" für die Menschen in dieser Stadt, ein Bildnis der Emotionen und Gedanken der Bewohnerinnen und Bewohner dieser Stadt, der Benutzerinnen und Benutzer der U-Bahn.

Und dieses Gemälde von Michael Hedwig - vom Format her eines der größten Kunstwerke in den Stationen der Wiener U-Bahn - ist ein Bild der Menschen aller Zeiten und Kulturen, dieses Bild zeigt uns das Miteinander der Menschen mit all den positiven und negativen Seiten. Hier, in diesem Bild, überwiegt das Positive, das Heitere, das Fröhliche. Das Bild gibt den Menschen, die täglich daran vorbeigehen, Freude und Mut, es hilft, das morgendliche Gähnen zu überwinden oder den täglichen Stress abzubauen oder sich entspannt der abendlichen Müdigkeit zu überlassen. Es ist ein modernes, hochaktuelles Bild. Denn die bildende Kunst entdeckt wieder den Menschen und seine sozialen und psychischen Verhältnisse als Thema der künstlerischen Auseinandersetzung. Michael Hedwig hat immer figurativ gemalt, heute ist er daher Teil des internationalen Trends zur Gegenständlichkeit und Figuration. Sein Bild hat gleichzeitig Aktualität und Internationalität sowie den vitalen Bezug zur Stadt.

Dieses Bild kann man betrachten und aufnehmen mit einem kurzen Seitenblick beim raschen Vorbeigehen und bekommt doch die zentrale Botschaft mit auf den Weg, und man kann vor diesem Bild stehen bleiben und in Ruhe die vielen malerische Details betrachten und genießen.

Wien hat sich in den vergangenen Jahren neben ihrer traditionellen Kernkompetenz als Musik- und Theaterstadt immer stärker zu einer Stadt der bildenden Kunst entwickelt. Die Vielfalt und Qualität der immer größer werden Zahl an Galerien, Ausstellungsräumen und Museen beweist dies ebenso wie die deutlich steigende Zahl an Besucherinnen und Besucher dieser Einrichtungen.

Einen besonderen Stellenwert hat dabei die Kunst im öffentlichen Raum. Um diesen Bereich dynamisch weiterzuentwickeln, hat die Stadt Wien vor kurzem einen Fonds für Kunst im öffentlichen Raum geschaffen, die Entscheidungen über derartige Projekte obliegt einer hochrangig besetzten unabhängigen Jury.

Bevorzugte Orte für Kunst im öffentlichen Raum sind in Wien die Stationsbereiche der Wiener U-Bahn, erreicht man in diesen doch die größtmögliche Anzahl von Passantinnen und Passanten (im Jahr 2005 haben insgesamt 747 Millionen Fahrgäste die U-Bahnen, Straßenbahnen und Busse der Wiener Linien benutzt).

Es gibt daher fast keinen besseren Ort für Kunst im öffentlichen Raum als in die Stationsbereiche der Wiener U-Bahn. Die Arbeit "Bewegungen der Seele" von Michael Hedwig ist von diesen Arbeiten sicher eine der gelungensten und bedeutendsten.


Gemeinderat Ernst Woller
Vorsitzender des Gemeinderatsausschusses für Kultur und Wissenschaft in Wien

 © 2017 Michael Hedwig Sitemap | Impressum